Versorgungssicherheit

Fernleitungsnetzbetreiber sehen historisch niedrigen Speicherfüllstand

Die Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) haben ihre Transportinfrastruktur für den Winter vorbereitet. Die größtmöglichen Import- und Transportkapazitäten zu den Speichern stehen bereit. Die FNB evaluieren kontinuierlich die Absatzentwicklung auf dem Gasmarkt, um frühzeitig sich abzeichnende Fehlentwicklungen zu erkennen. Aktuell beobachten sie nur sehr geringe Einlagerungen in die deutschen Untergrundspeicher. Am 18. August 2026 waren Deutschlands Speicher nur zu 50 Prozent gefüllt – ein historischer Tiefstand zu diesem Zeitpunkt des Jahres.  

Kritische Lage bei Erdgasspeichern 

Versorgungssicherheit ist ein hohes Gut und eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Industrie, Gewerbe und Verbraucher jederzeit zuverlässig mit Energie und Wärme versorgt werden.  

Die FNB weisen vorsorglich darauf hin, dass die gesetzliche Vorgabe von 71 Prozent zum 1. November 2026 kaum noch erreichbar ist, selbst bei einer Einspeicherung von bis zu 1,2 TWh pro Tag – dem höchsten Wert, der im Markt je beobachtet wurde. Anhaltend hohe Erdgaspreise nehmen Händlern und Lieferanten den Anreiz, Gas einzuspeichern. Aktuell liegt die tägliche Einspeicherung bei weniger als 0,5 TWh. Bleibt es dabei, wird der Füllstand zum Stichtag deutlich unter den 71% liegen, zumal die Einspeicherleistung mit zunehmender Befüllung zurückgeht.  

LNG allein reicht nicht 

LNG kann die Rolle der Speicher im Winter nicht ersetzen. Die inländischen LNG-Terminals können nur knapp 10 Prozent des Leistungsbedarfs aller Kunden an einem Wintertag beitragen. Liefermengen der Händler können daher nicht allein mit LNG abgesichert werden, sondern nur durch eine Kombination aus LNG- und Speichermengen. Der FNB Gas hat dazu eine entsprechende Analyse in seinem im Mai veröffentlichten Bericht zur Versorgungssicherheit 2026 vorgestellt. Ausreichend gefüllte Speicher sind demnach für die Versorgungssicherheit unabdingbar. 

Dr. Matthias Jenn, Vorstandsvorsitzender des FNB Gas, zur aktuellen Lage: „Die Verantwortung für eine gesicherte Belieferung liegt beim Markt. Niedrige LNG-Importe, späte oder lange Kälteperioden sowie Infrastrukturausfälle könnten die Gasversorgung im kommenden Winter gefährden. LNG allein reicht nicht aus. Bei kritisch niedrigen Speicherfüllständen steigt das Risiko von Leistungslücken im Winter deutlich an. Der Gesetzgeber sollte Händler daher verpflichten, ausreichende Mengen über Speicher bis zum Winterende abzusichern.“ 

Zahlen und Fakten 

Die Rolle der FNB im Gasmarkt ist die Planung, der Ausbau und Betrieb eines sicheren und stabilen Transportnetzes, das die Verbindungen zwischen Speicher, Importpunkten und Kunden gewährleistet. Seit 2022 arbeiten sie mit Hochdruck daran, die Transportinfrastruktur für die Einbindung von LNG in Deutschland auszubauen. Sie beobachten kontinuierlich die Absatzentwicklung auf dem Gasmarkt, um frühzeitig sich abzeichnende Fehlentwicklungen zu erkennen. Dazu stehen sie auch mit vielen anderen europäischen FNB, den zuständigen Behörden und der Branche im Austausch.  

Einspeichersituation: 

  • Speicherstand zum 18.08.2026: 50,06 %  
  • Der aktuelle Speicherstand ist prozentual der niedrigste Füllstand seit mindestens 15 Jahren, in absoluten Zahlen seit 2013 
  • Aktuelle Einspeicherungen pro Tag: ca. 0,5 TWh/d (7-Tagesmittelwert).  
  • Die maximale Einspeicherleistung beträgt zwar mehr als 1,2 TWh. Gemäß GIE AGSI wurden im Markt aber nie höhere Einspeicherungen als 1,2 TWh/d beobachtet (einzige Ausnahme: 2022 als THE zur Einspeicherung durch den Bund angewiesen wurde). Zudem die Einspeichermöglichkeit mit zunehmendem Erdgasverbrauch (kälteren Temperaturen) zurückgeht. Denn mit fallenden Außentemperaturen nimmt die bilanzielle Überdeckung im Markt stetig ab. Daher ist weniger Erdgas für die Einspeicherung verfügbar. Das kann die Einspeicherung gegen Ende der Einspeicherphase in den Herbstmonaten September bis November begrenzen.  

Versorgungssicherheit 2026: https://versorgungssicherheit.fnb-gas.de/ 

Downloads

Pressemitteilung
PDF / 823 KB
Powerpoint-Präsentation
PDF / 485 kB