Wasserstoffbericht

Deutschland muss Tempo machen beim Wasserstoffhochlauf, um die Versorgung zu sichern und Klimaschutz voranzutreiben. Der am 1. September 2022 von den Fernleitungsnetzbetreibern gemäß § 28q EnWG vorgelegte Wasserstoffbericht zeigt auf, wie mit einer Integration der Wasserstoffnetzplanung in die bewährte Gasnetzplanung die notwendige Transportinfrastruktur effizient, zügig und zielgerichtet aufgebaut werden kann.  

Wasserstoff ist zwar das kleinste Element im Periodensystem, aber seine Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist umso größer. Der Wasserstoffhochlauf ist angesichts Klimakrise, hoher Energiepreise und der aktuellen geopolitischen Lage dringlicher denn je.
Dr. Thomas Gößmann, Vorstandsvorsitzender des FNB Gas

Im Juli 2021 ist die Novelle des EnWG in Kraft getreten. Sie enthält Regelungen zur Übergangsregulierung von Wasserstoffnetzen und wichtige Bestimmungen für den Aufbau einer Wasserstoffnetzinfrastruktur. Ein Bestandteil der Novelle ist der Bericht zum aktuellen Ausbaustand des Wasserstoffnetzes und zur Entwicklung einer zukünftigen Netzplanung Wasserstoff gemäß § 28q EnWG (Wasserstoffbericht).

Gesetzlich verpflichtet zur Vorlage des Berichtes sind die Fernleitungsnetzbetreiber sowie Betreiber von Wasserstoffnetzen, die eine Erklärung nach § 28j Absatz 3 EnWG zum Eintritt in die Regulierung („Opt-In“) abgegeben haben. Betreiber von Wasserstoffnetzen, die keine Opt-In-Erklärung abgegeben haben, sind dazu verpflichtet, die für die Berichterstellung notwendigen Informationen bereitzustellen.

Der Wasserstoffbericht wurde der Bundesnetzagentur (BNetzA) fristgerecht zum 1. September 2022 vorgelegt und anschließend auf der Webseite des FNB Gas veröffentlicht. Die BNetzA kann auf der Grundlage des Berichts Empfehlungen für die rechtliche Implementierung eines verbindlichen Netzentwicklungsplans Wasserstoff abgeben. 

Noch in diesem Jahr sollten die rechtlichen und regulatorischen Voraussetzungen geschaffen werden, damit
die Netzbetreiber mit dem Umbau der Gasnetze zur Erschließung neuer Quellen und dem Aufbau der Wasserstoffnetze baldmöglichst beginnen und schnell vorangehen können. Mit zwölf Empfehlungen geben die Fernleitungsnetzbetreiber der Bundesnetzagentur und dem Gesetzgeber Vorschläge an die Hand, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden sollten. Fokus der Empfehlungen liegt auf:

  • der Einführung eines verbindlichen und integrierten Netzplanungsprozesses Gas (Wasserstoff und Methan) nach bewährtem Verfahren​
  • der Einführung eines konsistenten, einheitlichen und verpflichtenden Regulierungsrahmens für alle Betreiber eines Wasserstoffnetzes der öffentlichen Versorgung​
  • der Schaffung eines Finanzierungsrahmens, der die Refinanzierung der Investitionen der Netzbetreiber und wirtschaftlich tragbare Netzentgelte insbesondere in der Markthochlaufphase ermöglicht​
  • der Schaffung gesetzlicher Voraussetzungen zur Umstellung von Netzgebieten der FNB und VNB sowie Berücksichtigung der Umstellungsbereiche in der Netzentwicklungsplanung Gas
Mit ihren Wasserstoffnetzmodellierungen im Rahmen des Netzentwicklungsplans Gas sind die Fernleitungsnetzbetreiber in den vergangenen Jahren bereits in Vorleistung gegangen. Damit unsere Umstellungs- und Aufbauvorschläge auch von der Bundesnetzagentur bestätigt und dann umgesetzt werden können, brauchen wir jetzt dringend eine gesetzliche Verankerung der integrierten Netzplanung Gas (Wasserstoff und Methan).
Inga Posch, Geschäftsführerin des FNB Gas

Neben den Empfehlungen an die BNetzA und den Gesetzgeber​ in Kapitel 1 und der Erläuterung der rechtlichen Grundlage und Aufgabenstellung in Kapitel 2 stellt der Bericht gemäß § 28q EnWG den aktuellen Ausbaustand des Wasserstoffnetzes dar und zeigt auf, wie eine künftige Netzplanung Wasserstoff im Sinne eines schnellen Markthochlaufes umgesetzt werden sollte.

Kapitel 3 „Ausgangslage: Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland“ gibt einen zusammenfassenden Überblick über die aktuellen Projekte und Überlegungen bezüglich der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland. Dabei werden unter anderem konkrete Projekte im Rahmen des europäischen Förderprogramms Important Project of Common European Interest (IPCEI) sowie die zentralen Ergebnisse der Wasserstoffvariante des NEP Gas 2022–2032 und bereits konkrete dezentrale Wasserstoffprojekte auf Ebene der Verteilernetze dargestellt.

In Kapitel 4 „Wasserstoffnetzplanung“ werden die Ziele und Annahmen sowie der konkrete Prozess für die zukünftige Netzentwicklungsplanung Wasserstoff beschrieben. Das vorgelegte Konzept zur zukünftigen Wasserstoffnetzplanung wird in den bewährten Netzentwicklungsplanungsprozess Gas integriert. Gleichzeitig werden durch die gesamtheitliche Betrachtung des Energiesystems auch neue Elemente vorgeschlagen, um mit der Gasnetzplanung für Wasserstoff und Methan künftig einen stärkeren Beitrag zur Erreichung der Vorgaben des Bundes-Klimaschutzgesetzes leisten zu können.

Die Prozessbeschreibung umfasst dabei unter anderem im Sinne des Auftrages aus § 28q Abs. 2 EnWG die Wechselwirkungen zur Netzentwicklungsplanung Gas sowie zur Netzentwicklungsplanung Strom und beschreibt dabei die verschiedenen Prozessschritte von der Erhebung der Datengrundlage bis hin zur Ausbauverpflichtung.

Eine Übersicht des Wasserstoffnetzplanungskonzepts im Zusammenhang einer gesamtheitlichen Energiesystembetrachtung ist in der folgenden Abbildung dargestellt.

Für die Einführung des Energieträgers Wasserstoff bzw. für die Umstellung von Methan auf Wasserstoff ist die Einbindung aller Netzebenen erforderlich. Vor diesem Hintergrund werden in Kapitel 5 „Umsetzung der Wasserstoffnetzplanung im Verteilernetz“ die Möglichkeiten der Umsetzung der Wasserstoffnetzplanung auf Verteilernetzebene detailliert betrachtet. Dieses Kapitel wurde gemeinsam von den Fernleitungsnetzbetreibern und verschiedenen Verteilernetzbetreibern unter Mitwirkung des BDEW, DVGW, VKU sowie der Initiative „H2vorOrt“ erarbeitet.

Downloads

Wasserstoffbericht
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Wasserstoffbericht Empfehlungen
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Wasserstoffbericht Pressemitteilung
PDF / 108 kB
Wasserstoffbericht Aufruf Mitarbeit Erstellung
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