Verfahren

Das Verfahren zum Netzentwicklungsplan (NEP) Gas besteht aus drei Bausteinen, für die die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber verantwortlich sind: dem Szenariorahmen, dem Entwurf des Netzentwicklungsplans und erste öffentliche Konsultationsverfahren.

Die Anforderungen des NEP Gas sind durch das im Juni 2011 novellierte Energiewirtschaftsgesetz (EnWG §15a) und in Anlehnung an den EU-weiten Netzentwicklungsplan (Verordnung (EG) Nr. 715/2009) festgelegt. Alle Ausarbeitungen der Fernleitungsnetzbetreiber werden der Bundesnetzagentur(BNetzA) zur Prüfung vorgelegt und den Behörden, wichtigen Marktteilnehmern sowie der Öffentlichkeit zur Stellungnahme auf der FNB Gas Webseite zur Verfügung gestellt. In neun Phasen entsteht aus dem ersten Entwurf des Szenariorahmens der finale NEP.

Idealtypische Schritte bei der Erarbeitung des Netzentwicklungsplans Gas (NEP)

Grundlage für die Erstellung des NEP Gas sind verschiedene Szenarien und Modellierungsannahmen, die im Rahmen einse Konsultationsverfahrens zur Stellungnahme veröffentlicht werden. Der Szenariorahmen wird unter anderem von einem anerkannten wissenschaftlichen Gutachter im Auftrag der Fernleitungsnetzbetreiber erarbeitet.

Beteiligte
Fernleitungsnetzbetreiber
Ergebnis
Konsultationsdokument

Mit dem Szenariorahmen legen die Fernleitungsnetzbetreiber Annahmen über die Entwicklung der Produktion, der Versorgung und des Verbrauchs von Gas sowie seinem Austausch mit anderen Ländern in den kommenden zehn Jahren vor. Dabei werden beispielsweise geplante Investitionsvorhaben in die regionale und gemeinschaftsweite Netzinfrastruktur sowie in Bezug auf Speicheranlagen und LNG-Wiederverdampfungsanlagen ebenso berücksichtigt. Für einen festgelegten Zeitraum haben die Markteilnehmer die Möglichkeit, sich dazu zu äußern.

Beteiligte
Öffentlichkeit / Marktteilnehmer
Ergebnis
Stellungnahmen

Auf der Basis der eingegangenen Stellungnahmen und Konsultationsergebnisse wird der Szenariorahmen durch die Fernleitungsnetzbetreiber überarbeitet.

Beteiligte
Fernleitungsnetzbetreiber
Ergebnis
Stellungnahmen

Die überarbeitete Fassung des Szenariorahmens (Entwurf) wird bei der Bundesnetzagentur vorgelegt. Diese bestätigt den Szenariorahmen unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung.

Beteiligte
Bundesnetzagentur
Ergebnis
Finales Dokument

Auf Basis der Vorgaben des bestätigten Szenariorahmens erarbeiten die Fernleitungsnetzbetreiber das Konsultationsdokument des Netzentwicklungsplans Gas (NEP) und konsultieren dieses mit den Marktteilnehmern.

Beteiligte
Fernleitungsnetzbetreiber
Ergebnis
Konsultationsdokument

Die Erarbeitung des NEP erfolgt unter enger Einbeziehung aller wichtigen Marktteilnehmer. In einem transparenten Verfahren haben diese die Gelegenheit, sich öffentlich zu äußern und ihre Anforderungen an das Gasnetz der Zukunft aufzuzeigen.

Beteiligte
Öffentlichkeit / Marktteilnehmer
Ergebnis
Stellungnahmen

Auf Basis der eingegangenen Stellungnahmen und Konsultationsergebnisse wird der Netzentwicklungsplan durch die Fernleitungsnetzbetreiber überarbeitet, veröffentlicht und an die BNetzA übermittelt.

Beteiligte
Fernleitungsnetzbetreiber
Ergebnis
Entwurf NEP

Eine abschließende öffentliche Konsultation des NEP-Entwurfs wird durch die BNetzA koordiniert. Im Anschluss kann die BNetzA nach Veröffentlichung des Konsultationsergebnisses von den Fernleitungsnetzbetreibern Änderungen des Netzentwicklungsplans Gas (NEP) verlangen (Änderungsverlangen).

Beteiligte
Öffentlichkeit / Bundesnetzagentur
Ergebnis
Entwurf NEP

Abschließend erfolgt die Bestätigung durch die BNetzA und die Veröffentlichung des fertigen Netzentwicklungsplans Gas (NEP).

Beteiligte
Bundesnetzagentur / Fernleitungsnetzbetreiber
Ergebnis
Finales Dokument

Die Fernleitungsnetzbetreiber erstellen im zweijährigen Rhythmus – jeweils in den ungeraden Jahren – einen Umsetzungsbericht. Darin berichten die FNB über die Projektfortschritte zu den auf Basis des Netzentwicklungsplans stattfindenden Maßnahmen. Darüber hinaus gibt dieser Auskunft über veränderte, entfallene und verzögerte Maßnahmen.

Die BNetzA prüft und veröffentlicht den Umsetzungsbericht und gibt allen tatsächlichen und potenziellen Netznutzern Gelegenheit zur Äußerung. Das Ergebnis der Äußerungen kann in Vorgaben zum nächsten Netzentwicklungsplan oder in andere Regulierungsverfahren einfließen. 

Beteiligte
Fernleitungsnetzbetreiber, BNetzA
Ergebnis
Finales Dokument