Methanemissionen

Die Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) sind sich ihrer Verantwortung für den Klimaschutz bewusst. Es ist uns ein zentrales Anliegen, Methanemissionen zu vermeiden beziehungsweise kontinuierlich zu reduzieren. Dazu investieren die FNB seit Jahren in Maßnahmen, um die Methanemissionen zu senken.

Die Methanemissionen der Vorkette des Öl- und Gasverbrauchs tragen 0,5 Prozent zu den Treibhausgasemissionen in Deutschland bei, ca. 0,06 Prozent entfallen auf den Transport von Erdgas durch das Leitungsnetz der FNB.

Die FNB arbeiten seit Jahrzehnten kontinuierlich an der Reduzierung sowohl zum Zweck des Klimaschutzes als auch der technischen Sicherheit und der Wirtschaftlichkeit. Die für die Bekämpfung von Methanemissionen durch die FNB aufgewendeten Mittel liegen jährlich im mehrstelligen Millionenbereich.

So wurden branchenweit zwischen 1990 und 2019 die Methan-Emissionen in Deutschland um 40 Prozent reduziert, obwohl das Netz weiter ausgebaut wurde. Dazu haben zahlreiche Maßnahmen zur Reduzierung betriebsbedingter Methanemissionen bei planmäßigen Reparaturen wie der Einsatz von Umpumpverdichtern etc. beigetragen.

Zentral für eine erfolgreiche Reduzierung von diffusen Methanemissionen sind präzise, vergleichbare und reproduzierbare Daten, wo und wie diese in dem weitverzweigten Netz auftreten. Regelmäßigere Messungen über die technischen Anforderungen hinaus, erlauben den FNB, Emissionsquellen früher zu erkennen und zu beseitigen.

Die FNB haben im Jahr 2020 ein Pilotprojekt gestartet und im Sommer 2021 abgeschlossen, um mehr Transparenz in die Datenbasis der Emissionswerte zu bringen. Bei der Messinitiative, der bislang umfangreichsten koordinierten Messung von Methanemissionen im deutschen Gasfernleitungsnetz, wurden erstmals diffuse Methanemissionen systematisch erfasst.

Die Messinitiative liefert wichtige Ergebnisse, die sich nahtlos in die verschiedenen internationalen Initiativen einfügen und dort berichtet werden. Alle Einzelmessungen erfolgten nach der internationalen DIN EN 15446 Norm. 

Es handelt sich dabei um eine Mischung aus einem Mess- und Rechenverfahren auf der Basis von Algorithmen, u.a. aus der petrochemischen Industrie. Aufgrund der verwendeten Umrechnungsfaktoren fallen die Ergebnisse mit diesem Verfahren in der Regel höher aus als die tatsächlichen Emissionen. 

Zusätzliches High-Flow-Sampling bei den mit dem DIN-Verfahren ermittelten Hauptemissionsquellen (404 Messpunkte = 0,9 Prozent aller Messpunkte) präzisieren die Messwerte weiter. Dadurch lassen sich deutlich verlässlichere Aussagen über die Methanemissionen machen.

Die Messungen wurden von „The Sniffers“ durchgeführt – einem unabhängigen, international renommierten und auch von NGOs genutzten Spezialdienstleister für Emissionsmessungen.

Die Zuverlässigkeit der Messergebnisse gewährleisten geprüfte LDAR-Methoden nach DIN EN 15446 und zusätzliches High-Flow-Sampling.

Zur Verifizierung der Einzelmessungen werden im Herbst zusätzliche Messungen durch einen Drohnenbeflug als zusätzlichem Kontrollinstrument stattfinden. Pandemiedingt konnte dieser im vergangenen Jahr nicht durchgeführt werden.

Die Mitglieder des FNB Gas streben an, bis Ende des Jahres 2025 die Methanemissionen für das gesamte deutsche Gasfernleitungsnetz um 50 Prozent zu reduzieren. Basisjahr ist das Jahr 2015. Die FNB orientieren sich dabei an den Zielsetzungen der Oil and Gas Methan Partnership (OGMP) unter dem Dach der UN. 

Die FNB werden die gemeinsame Messinitiative ab 2022 fortsetzen und in einen kontinuierlichen Prozess überführen. Die Ergebnisse geben uns genaue Hinweise darauf, wo wir gezielte Maßnahmen ansetzen können. Zudem werden wir den Austausch und gemeinsame Aktivitäten weiter intensivieren.

Im Rahmen der Zusammenarbeit der OGMP arbeiten die FNB mit Stakeholdern in anderen Teilen der Wertschöpfungskette und Welt zusammen und wirken auf entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung der Methanemissionen hin.

In Workshops und Fachgesprächen laden wir Interessierte Stakeholder zur Diskussion und Überprüfung der Ergebnisse ein.

Für die Zukunft setzen die FNB klar und entschieden auf die Umstellung der Fernleitungsnetze auf Wasserstoff und grüne Gase.

Wir unterstützen die Klimaziele der Europäischen Union.

Sowohl als Einzelunternehmen als auch gemeinsam engagieren sich die FNB in den entsprechenden Brancheninitiativen von GIEENTSO-GEurogasMarcogaz

Im Rahmen der Oil and Gas Methane Partnership (OGMP), einer Initiative der Climate and Clean Air Coalition unter dem Dach des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, arbeiten die FNB mit Stakeholdern in anderen Teilen der Wertschöpfungskette und Welt zusammen und wirken auf entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung der Methanemissionen hin. Die Methane Guiding Principles bilden die Grundlage für diese Initiativen und unser Handeln.

In den Initiativen arbeitet die Branche an einer standardisierten Erfassung und nachhaltigen Reduzierung der Methanemissionen.

Wir begrüßen die Strategie der EU zur Minderung von Methanemissionen, die 2020 verabschiedet wurde, und unterstützen die Entwicklung von europaweiten Standards für Messmethoden (MRV – Measurement, Reporting and Verification) als Grundlage für Transparenz und Vergleichbarkeit. Gleiches gilt für die Umsetzung von LDAR-Maßnahmen (Leak, Detection and Repair), die für eine Reduzierung der Methanemissionen unerlässlich sind.

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